Mietspiegel ist da: Durchschnitt liegt bei 5,50 Euro

Stadt bringt nach langer Vorgeschichte erste fundierte Übersicht über Mietkosten in Hildesheim heraus

Von Fuhrhop aus HAZ v. 1.12.2018

Ist die Miete für meine Wohnung eigentlich im Vergleich zu anderen der gleichen Größe zu hoch? Oder komme ich sogar günstiger weg als andere? Bisher war es in Hildesheim äußerst schwierig bis unmöglich, auf diese Fragen eine fundierte Antwort zu bekommen. Nun soll alles anders werden – mit dem ersten Mietspiegel der Stadt. Nach langer Vorgeschichte wird in diesen Tagen die Übersicht der durchschnittlichen Wohnungsmieten bezogen auf unterschiedliche Wohnungsgrößen und Baujahre veröffentlicht. Die Grundlage: 4440 Fragebögen, ausgewertet von Fachleuten des Katasteramts.

Die Daten beziehen sich auf die in der Stadt üblichen Mieten für nicht preisgebundene Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten und einer Wohnfläche zwischen 22 und 170 Quadratmetern.

Insgesamt zeigen sich die Sprecher des Mietervereins und des örtlichen Eigentümerverbands, Volker Spieth und Uwe Stoll, zufrieden mit dem Mietspiegel. Die Zahl der ausgewerteten Fragebögen liege sogar deutlich höher als in vielen anderen Städten. Bei der zweiten Auflage – der Mietspiegel soll jetzt alle zwei Jahre erstellt werden – wolle man die Datenerhebung in Kooperation mit der Stadt und dem Katasteramt noch vereinfachen, um die Hemmschwelle bei Mietern und Vermietern zu senken. Denkbar sei etwa eine App-Variante fürs Smartphone. Roland Schubert, im Katasteramt führender Mietspiegel-Fachmann, ist froh, dass die erste Version mit viel Fleißarbeit geschaffen wurde – auch er ist aufgeschlossen für eine Weiterentwicklung, die auch die Auswertung leichter macht.

Was Spieth wie auch Stoll durchaus überrascht hat: Die Gesamtdurchschnittsmiete liegt bei rund 5,50 Euro pro Quadratmeter und damit niedriger als von ihnen erwartet. Aus Spieths Sicht ist das kein Grund zur Entwarnung für den Wohnungsmarkt: „Das Hauptproblem sind nicht die Preise, sondern der Mangel an günstigem Wohnraum.“

Uwe Stoll betont, dass die Übersicht nicht nur den Mietern Vorteile bringe, sondern eben auch den Vermietern. Nicht wenige hätten in den vergangenen Jahren ihre Wohnungen modernisiert und die Kosten nicht auf die Miete umgeschlagen – sie könnten nun erkennen, welchen Spielraum sie für Mietsteigerungen haben, ohne deutlich über dem Durchschnitt zu liegen.